Retro-Adapter Test
Vor ein paar Wochen habe ich mir über Ricardo einen Retro-Adapter (auch Umkehrring genannt) für meine Kamera gekauft. Damit lässt sich ein Objektiv umgekehrt an die Kamera montieren. Hört sich erst mal komisch an, hat aber einen erstaunlichen Effekt. Dadurch wird nämlich eine, abhängig von der Brennweite des Objektivs, beachtliche Vergrösserung erreicht.
Je kleiner die Brennweite, um so massiver ist die Vergrösserung. Bei meinem 24-70 mm gibt das ein Verhältnis von 3 zu 1 bei 24 mm. Das bedeutet, dass 1 mm des zu fotografierenden Objekts, auf dem Sensor der Kamera in 3 mm abgebildet wird. Bei meiner Kamera, mit einer Sensorbreite von ca. 22 mm, kann ich damit also ein Objekt mit etwa 7 mm abbilden. Das sind etwas über 4'700 Pixel im resultierenden Bild. Das reicht locker für einen Ausdruck in A2 Grösse. 7 mm auf ca. 60 cm ausgedruckt ist schon nicht schlecht würde ich sagen (Vergrösserung um den Faktor 85!).
Nachteil ist, dass durch das umgekehrte montieren einerseits kein Autofokus mehr möglich ist. Bei meinem Objektiv kann ich auch gar nicht über den Ring am Objektiv fokusieren (was den Autofolus in meinem Fall auch unsinnig macht).
Das die Blende nicht mehr über die Kamera eingestellt werden kann ist ein gravierenderer Nachteil. Da muss man sich entweder mit einem (mehrere hundert Euro teueren) Adapter behelfen, der die Kontakte der Kamera an das Objektiv weiterleitet, oder man macht den "dirty trick", bei welchem man das Objektiv normal montiert, die Blende einstellt, und bei gedrückter Blendenvorschautaste das Objektiv abnimmt um es in Retrostellung zu montieren.
Schärfentiefe ist da natürlich gleich nochmals ein spezielles Thema. Durch die massive Vergrösserung und die geringe Distanz zum Objekt (ein paar cm) liegt die Schärfentiefe im Zehntelbereich. Eine Möglichkeit oder Tool um das genau zu berechnen habe ich noch nicht gefunden (Und selbst zu Rechnen ist mir zu mühsam...). Diese Tatsache macht die Verwendung eines Stativs fast unumgänglich. Oder man versucht mit "Seriefeuer" zum Erfolg zu kommen, was ausschussreich ist, aber auch zum Ziel führen kann.
Der Adapter kostet bei Ricardo um die 23 CHF und ist so im Vergleich zu speziellen Makroobjektiven äusserst günstig. Empfehlen kann ich in dem Fall den Ricardo-Benutzer "Lohar", welcher auch noch andere interessante Produkte für die Fotografie im Angebot hat. Qualitativ ist der Adapter tipp topp.
Stefan Gross von Traumflieger Fotographics hat auch einen schönen und ausführlichen Bericht über Makros mit Retro-Adapter.
Hier noch einige Fotos von meinen ersten Versuchen:










Mein Kommentar